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LE BON FILM (alle Zitate aus '50 Jahre Le Bon Film 1931-1981')  

`Georg Schmidt war nämlich der Ansicht, das durchschnittliche Produktionsniveau sei qualitativ derart tiefstehend, weil die unorganisierten Filmkonsumenten gar nie in die Lage kämen, ihre Ansprüche zu vertreten. Deshalb sei es notwendig, eine Filmbesucherorganisation auf einer möglichst breiten Basis zu gründen. Im Herbst 1931 fand er bei der Studentenschaft Arbeitspartner, nach qualitativen Kriterien Filme vorzuführen. Aus deren Kreis bildete sich ein sog. Kino-Ausschuss, der seine Tätigkeit mit einer Veranstaltung aufnahm, die in der Stadt grosses Aufsehen erregte: In einer Sonntagsmatinée im Kino Palace liess er Dsiga Wertows Enthusiasmus zur Aufführung gelangen. Der sowjetische Regisseur war selbst anwesend und referierte über sein Werk. Das begeisterte Presseecho und ein finanzieller Erfolg ermutigten den Ausschuss, seine Arbeit fortzusetzen. Schon im folgenden Monat zeigte er ein Programm von deutschen und französischen Avantgardefilmen (...) Das Hauptziel der neu entstandenen Filmbesucherorganisation, die sieben Jahre später den Namen Le Bon Film annehmen sollte, bestand also darin, für den qualitativ hochstehenden, anspruchsvollen Film in Basel ein Publikum zu suchen und heranzubilden`
(50 Jahre Le Bon Film 1931-1981) Kaspar Birkhäuser 1981
     
1932/33   Veranstaltungsreihe 'Neuer Montag' mit 12 Programmen (Clair, Vigo, Dowshenko, Fischinger, Dreyer, Chaplin, Keaton) und zwei Sonderveranstaltungen im Cinéma Corso
1933   Filmkommission aus Studentenschaft und neu Werkbund
1933/34   17 Programme als 'Neuer Montag' im Cinéma Eldorado
1935   11 vorwiegend französische Filme als 'Neuer Montag' im Cinéma Eldorado
     
`Der Kino Ausschuss hatte somit nach vierjähriger Tätigkeit sein Ziel erreicht, in Basel ein Publikum zu gewinnen, das bereit war, regelmässig Vorstellungen von anspruchsvollen Filmen zu besuchen. Es war ihm gelungen, ein kritisches Publikum heranzuziehen, das sich mit dem üblichen Angebot der Kinos nicht mehr zufrieden gab (...)` "Immer noch kämpfen wir gegen Kitsch und Abflachung in der doch so viele Möglichkeiten bietenden Kunstform des Films"
     
1936   Entzug Billetsteuerfreiheit
1936/37   'Neuer Montag' im Cinéma Eldorado
1937/38   'Neuer Montag' in den Cinémas Eldorado und Maxim
1938   Neuer Name Le Bon Film
     
` "Le Bon Film, unter diesem Namen zeigen wir grundsätzlich nur Qualitätsfilme, die entweder ob ihres menschlichen Gehalts oder ihrer künstlerischen Form von jedem aufgeschlossenen Menschen gesehen zu werden verdienen (...) Wir bemühen uns, aus der Produktion aller Länder - Frankreich, Amerika, England, Russland, Tschechoslowakei usw. - das künstlerisch Wertvolle nach Basel zu bekommen" `
     
1938   Bestrebung einer Öffnung, Gewinn breiterer Publikumskreise. Neuer Präsident Peter Bächlin
1938   Beginn Zusammenarbeit mit Kinodirektor Rosenthal vom Palermo
1939   Durchführung der Internationalen Filmwoche in Anwesenheit von Jean Renoir als zweite Festivalgründung nach Venedig
1944   Verbot des Lichtspieltheaterverbandes an Kinos, Saal zur Verfügung zu stellen. Ausschaltungsversuch des Filmclubs
1946   Vorführungen im 'Braunen Haus' an der St. Albansvorstadt 12
1947   Vierte und letzte Ausgabe der Internationalen Filmwochen, Basel wird durch Locarno abgelöst
1949   Neuer Präsident Frank Weiss (bis 1970)
     
`...Situation, in der Le Bon Film weder von den Filmverleihern noch von der Cinémathèque beliefert wurde, keinen Kinosaal mieten konnte und keine Nachtveranstaltungen durchführen durfte`
(Auswirkungen der Kartellabmachung zwischen SFV und SLV seit 1935)
     
1953   Beginn Zusammenarbeit mit Kinodirektor Serge Lang vom Cinéma Cinémiroir (bis 1956)
1954   Ablehnung Mitgliedschaft Lichtspieltheaterverband
1957   Ausserordentliche Spielbewilligung im Cinéma Royal (bis 1976). Vorstellungen Freitagabends nach 23 Uhr. 900 Mitglieder
1958   Bewilligung zweiter und dritter Vorführungen jedes Programmes an Samstagen
1960   Aufnahme in SLV gemäss einschränkendem Vertrag mit VBL
     
` "Das Bon Film-Saisonprogramm umfasst 12 Hauptfilme. Es werden nur sog. Club-Filme im Rahmen der bisherigen Übungen aufgeführt. Pro Saison ist nur ein Zeitungsinserat erlaubt. Die Veranstaltungen finden im Cinéma Royal oder einem anderen Quartierkino ähnlicher Grösse statt. Jedes Programm darf ausschliesslich in zwei Nocturnes und einer Mittagsvorstellung gezeigt werden" `
     
1970   Vorstandsführung neu als leitender Ausschuss
1970/71   Bewilligung von drei Montag-9-Uhr-Filmen
1977   Gründung Studiokino AG und Übersiedlung Cinéma Maxim/Camera
1982   Beginn öffentlicher Vorführungen für Nichtmitglieder unter neuem Namen Stadtkino
1987   Geschäftsführerin Corinne Siegrist-Oboussier (bis 2005)
1998   Bezug eigener Spielstätte als Stadtkino beim Kunsthallengarten
2005   Leiterin Nicole Reinhard
2009   Ankauf von 500 Filmklassikern und Eröffnung Kinemathek an der Theaterstrasse 22
     
     

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