ROSA LACHENMEIER - KINO ERARBEITEN
Etwas enttäuscht noch von ersten Erfahrungen als junge Künstlerin wendet sich Rosa Lachenmeier Ende der 80er Jahre den Kinotheatern in Basel zu. Die Begeisterung für scheinbar Unscheinbares dieser Alltagskultur hat ihr der Kunsthistoriker Werner Jehle an der Schule für Gestaltung vermitteln können. Angeregt von seinem Vorlesungszyklus über die Geschichte des Filmes erarbeitet sie ein Projekt und gewinnt in der Ausschreibung des Kunstkredites ‚Kunst im öffentlichen Raum’ unter dem Werktitel ‚Hommage to the Cinema’ den 1. Preis. Rosa Lachenmeier überzeugt die Jury damit, sämtliche Schriftzüge vergangener und noch aktueller Kinonamen beim Birsig-Parkplatz auf das Pflaster ungefähr zwischen Hollywood und Plaza zu gravieren. Entgegen der Prämierung wird die Idee später nicht realisiert. Rosa Lachenmeier erinnert sich an Werner Jehle, der mit seiner Frau Ulrike als Mitbegründer das Architekturmuseum an der Pfluggasse führt. Sie entwickeln die Ausstellung ‚Architektur für die Nacht – Kino-Architektur’ (Broschüre 3-905065-14-2). Der Ort der Filmvorführung als Schatz kollektiver Heimat manifestiert sich im Bewusstsein der Stadt. Die Begegnung unserer Träume auf und vor der Leinwand ist für immer lebendig. Rosa Lachenmeier arbeitet heute als Malerin und Kunstvermittlerin in Birsfelden und Basel.
(Birsfelden März 2007)